Spontane Vertretungsstunden entspannt halten

Claudia RehderAllgemein

Wenn Freistunden zu Vertretungsstunden werden, dann ist das objektiv betrachtet, wohl ein notwendiges Übel, löst aber allzu oft auch Stress bei den Betroffenen aus. Die Schüler wissen nicht so recht, was sie erwartet und wohin die Stunde laufen wird. Und der Lehrer mag ahnen, dass die vor ihm liegende Stunde anstrengender werden könnte als andere Stunden, in denen er die Klasse kennt und sein eigenes Fach regelmäßig unterrichtet.

Vertretungsstunden in fremden Klassen zu halten, ist oft eine besondere Herausforderung. Die Stunde in Ruhe zu beginnen und weiterzuführen, ist hier von besonderer Bedeutung und kann spätere Störungen und Machtspielchen eindämmen oder sogar verhindern.

Vertretungsstunde – just do it

Weiterhin sind Vertretungsstunden meist ein Phänomen, das unerwartet auftritt. Ein Kollege meldet sich morgens krank und plötzlich müssen sechs Stunden Unterricht spontan vertreten werden. In den meisten Fällen liegen aufgrund der Situation verständlicherweise weder ein Plan noch das Material für diese Stunden vor. Das bedeutet, dass Lehrer im Schulalltag oft fachfremd eingesetzt oder spezielle Vertretungslehrer angerufen werden und aus dem Stand eine Stunde aus dem Hut zaubern müssen. Und wenn dann keine Zeit mehr bleibt, das Arbeitsblatt zu kopieren, das man mal irgendwann für solche Fälle vorbereitet hat, dann heißt es, ohne festen Plan in die Stunde zu gehen.

Vertretungsstunden brauchen ein festes Ziel

Vertretungsstunden ohne festen Plan und ohne eine klare Absicht zu halten, ist in vielen Klassen problematisch. Daher ist es aus meiner Sicht sehr hilfreich, sich für solche Fälle eine Vertretungsstunde zu überlegen, die man im Kopf hat und jederzeit halten kann, ohne auf ein bestimmtes Material (wie ein Arbeitsblatt oder ein Buch) angewiesen zu sein. Idealerweise ist das Thema einer solchen Stunde nicht nur inhaltlich sinnvoll, sondern darüber hinaus so gewählt, dass man sie in jedem beliebigen Fach und Jahrgang halten kann.

Das gibt es doch gar nicht, sagst du? Es geht, sage und weiß ich 🙂 Stunden, in den man zeigt und ausprobiert, wie man das eigene Gehirn nutzen kann, sind dafür besonders geeignet. Hier gebe ich dir eine meiner Ideen für eine solche universell einsetzbare Vertretungsstunde weiter, die ich schon viele Male mit Erfolg gehalten habe:

Meine universell einsetzbare Vertretungsstunde

Nachdem ich die Stunde in Ruhe begonnen und die Schüler begrüßt habe, schlage ich der Klasse eine Wette vor: „Ich wette, dass ich mir 20 beliebige Nomen, die ihr mir nacheinander nennt, in genau dieser Reihenfolge merken kann.“ Anschließend erkläre ich der Klasse, dass ich zum Merken der Begriffe Ruhe und nach jedem Begriff kurz Zeit brauche. Dann bestimme ich einen Schüler, der für mich und in Absprache mit mir nacheinander 20 Mitschüler dran nimmt. Ich verständige mich mit ihm auf ein Zeichen, dass ich ihm gebe, sobald ich mir einen Begriff gemerkt habe, sodass er dann den nächsten Schüler aufrufen kann. Zwei weitere Schüler haben die Aufgabe die 20 genannten Begriffe in der richtigen Reihenfolge verdeckt an die Tafel zu schreiben. Alternativ kann man auch alle Schüler auffordern, die Begriffe auf einem Blatt Papier selbst mitzuschreiben.

Nun werden also von den Schülern 20 Nomen genannt. Ich präge mir die Begriffe ein und anschließend dürfen sie mich abfragen. Meist „beweise“ ich ihnen mein Können, indem ich erst mal alle Nomen von 1 bis 20 nenne. Danach dürfen sie mich dann noch kreuz und quer abfragen, bevor ich die Kinder nach ihren Vermutungen frage, wie ich das wohl gemacht habe. Oft kennen sie schon die ein oder andere Technik, die, die ich verwende, jedoch nicht. Schließlich erkläre ich ihnen die Methode und ermuntere sie, diese auch anzuwenden, wenn sie beispielsweise für die nächste Arbeit lernen müssen.

Wenn du Interesse hast, diese wirklich einfache und schnell zu erlernende Technik kennen zu lernen, dann kannst du dir sehr gerne kostenlos meine Beschreibung der Methode runterladen.