Eine tolle Methode zur Förderung der Kommunikation

Claudia RehderAllgemein

Geht es dir auch manchmal so, dass sich deine Schüler, auch gerade in der Oberstufe, eher schleppend am Unterricht beteiligen? Es gibt einfach Klassen, in denen es richtig schwierig ist, mehr als eine Handvoll Schüler zur mündlichen Beteiligung am Unterricht zu motivieren. Es gibt jedoch Methoden, die sich genau dafür eignen. Eine solche Methode zur Förderung der Kommunikation, die sich übrigens in allen Jahrgangsstufen einsetzen lässt, beschreibe ich in diesem Blog-Beitrag. Viele weitere Methoden findest du übrigens auch auf TeachersUp.

Nun aber zur Methode. Ich nenne sie  „Sprechmühle“ (so gefunden in „Unterrichtseinstiege“ von Greving und Paradies 1996). Man findet aber auch die Bezeichnungen „Kugellager-Methode“ oder im englischen Sprachraum „Discussion Topics“ oder auch „Milling“. Ein Ziel der Methode ist mit Sicherheit, dass sich die Schüler einer Klasse dabei auf relativ ungezwungene Weise ein Stück besser kennenlernen können. Aber sie leistet auch hervorragende Dienste, wenn es darum geht, dass Schüler zum freien Reden und zur Meinungsäußerung motiviert werden sollen. In der „Sprechmühle“ können sie sich, ohne dass der Lehrer es hört, zum anstehenden Thema warmreden. Zusätzlich können sie sprachlich an Sicherheit gewinnen und ihr Selbstvertrauen stärken

Die Durchführung benötigt Platz

Zur Durchführung dieser Methode benötigt man einen möglichst großen freien Platz im Klassenraum oder auf dem Schulhof. Ist dieser geschaffen, werden die Schüler zu Beginn aufgefordert, Paare zu bilden. Anschließend werden von der gesamten Gruppe zwei Kreise gebildet, ein Außen- und ein Innenkreis, wobei sich eine Person in den Innenkreis stellen soll und die andere entsprechend in den Außenkreis. Dabei stehen sich die Paare gegenüber und schauen sich an.

Da es eine Intention dieser Methode ist, sich untereinander besser kennen zu lernen und im Zuge dessen auch einmal mit Mitschülern zu reden, die man selbst noch nicht so gut kennt, werden noch vor Beginn der ersten Runde der Sprechmühle die Partner getauscht. Dazu gehen zum Beispiel die Schüler des Außenkreises einfach zwei oder drei Personen nach rechts oder links. Dadurch entstehen Zufallspaare, die mitunter noch niemals vorher ein Wort miteinander gewechselt haben.
Die nun folgenden Runden, von denen man je nach Thema und zur Verfügung stehender Zeit drei bis fünf durchführen sollte, bestehen aus insgesamt vier kurzen Phasen. Während der ersten Phase wird bestimmt, welche der beiden Personen eines Paares „A“ bzw. „B“ ist. Dazu kann man kleine Aufgaben stellen, die ganz bewusst auch zur Auflockerung beitragen, z. B.: „Partner „A“ ist, wer gestern später ins Bett gegangen ist“ oder „Partner A ist, wer größer ist.“

Themenbezogene Fragen stellen

Nun kann die eigenliche Kommunikation beginnen. In der nun folgenden zweiten Phase stellt der Lehrer die erste Frage. Die Fragen sollten themenbezogen und offen sein. Solche offenen Fragen könnten, bezogen auf die Arbeit mit literarischen Texten im Deutschunterricht zum Beispiel lauten: „Was hat dir an diesem Text/Roman gefallen bzw. nicht gefallen?“ oder „Wie ist deine Meinung zum Ende des Romans bzw. welches Ende könntest du dir alternativ dazu vorstellen?“
Die dritte Phase besteht nun darin, dass Person „A“ eine oder auch zwei Minuten lang ihre Meinung in Bezug auf die gestellte Frage äußert, während „B“ nur zuhört. Ist die Zeit um, werden zum Beispiel mit Hilfe eines Klingelzeichens oder auf Zuruf die Rollen getauscht, wodurch nun Person „B“ ein bis zwei Minuten Zeit hat, ihrem Gegenüber ihre Meinung darzulegen (vierte Phase).

Bevor dann schließlich die zweite Runde beginnt, werden wiederum die Partner gewechselt sowie „A“ und „B“ bestimmt. Dabei sollte der Lehrer darauf achten, dass die Paare sich auch tatsächlich in jeder Runde neu zusammensetzen. Es empfiehlt sich daher, stets denselben Kreis in immer dieselbe Richtung um einige wenige Personen weiterrücken zu lassen, da es bei einem Wechsel der Kreise und/oder der Richtungen leicht zur „Wiederherstellung“ eines Paares kommen kann.

Im Anschluss an die Sprechmühle können beispielsweise die Antworten auf die letzte Frage im Plenum gesammelt und im weiteren Verlauf der Stunde genutzt werden. Damit lädt die „Sprechmühle“ die Schüler nicht nur zur Kommunikation ein und bietet ihnen eine wertvolle Übungsmöglichkeit. Vielmehr entsteht dabei auch ein direkter Bezug zum Unterrichtsthema.
Viel Spaß beim Ausprobieren!