Die kleine Inspiration: Vorm Betreten des Klassenraums

Claudia RehderInspirationen

Wie fühlst du dich vorm Betreten des Klassenraums? Was denkst du? Wohin schaust du? Gesetzt den Fall, ihr kommt zusammen dort an: Gehst du vor oder nach deinen Schülern hinein? Vielleicht kann Nachfolgendes eine kleine Inspiration für dich sein. Lies selbst.

Gerade der letzte Punkt ist aus meiner Erfahrung sehr interessant, da es einen spürbaren Unterschied macht, ob wir als Lehrer zuerst den Raum betreten oder ob wir unseren Schülern die Tür aufhalten, sie an uns vorbeigehen lassen und erst dann in den Raum hineingehen.

Sagt man in Bezug auf Hunde, dass der „Rudelführer“ (gemeint ist das Frauchen bzw. Herrchen) seine Position stärkt, indem er, beispielsweise vor dem Gassigang, zuerst aus dem Haus geht und seine Hunde erst auf sein Kommando hinterher kommen dürfen, so ist dieser Nebeneffekt in unserem Fall ziemlich fragwürdig. Natürlich lässt man einem anderen Menschen aus Höflichkeit und Respekt den Vortritt (und das können die Schüler hier sicher auch lernen), aber ob es die Position eines Lehrers per se stärkt, wenn er zuerst den Raum betritt, wage ich zu bezweifeln.

Wählt man hingegen die zweite Variante und lässt die Schüler an sich vorbeiziehen, so bringt dies einige Vorteile mit sich.

Schüler wollen die Aufmerksamkeit ihrer Lehrer

Schüler wollen unsere Aufmerksamkeit

Zuallererst ist man den Schülern selbst ein Vorbild, indem man ihnen die Tür aufhält. Desweiteren hat man die große Chance, schon vor dem Betreten des Klassenzimmers und damit vor Beginn des Unterrichts die Stimmung der Klasse einzufangen, um später ggf. darauf einzugehen. Auch bekommt man auf diese Weise mit, wie es einzelnen Schülern geht und kann den ein oder anderen persönlich ansprechen, sie begrüßen, sie loben, eine witzige Bemerkung machen etc. Man kann also diese kurze Zeitspanne ohne Aufwand dazu nutzen, die Schüler anzusehen (ja, das ist wortwörtlich gemeint) und mit ihnen Kontakt aufzunehmen. Diese kurzen Momente des Gesehenwerdens und der Aufmerksamkeit machen nach meiner Erfahrung einen echten und spürbaren Unterschied, weil sich dadurch die Atmosphäre in der Klasse und mein Verhältnis als Lehrerin zu den Schülern verbessert.
Ich streue dadurch kleine Gesten der Freundlichkeit und der Anerkennung in meine Klasse und verschenke kurze Momente meiner Aufmerksamkeit. All dies gibt meinen Schülern ein gutes Gefühl und lässt sie spüren, dass sie hier willkommen sind und von mir gesehen werden.

Im Schulalltag ist es ja leider oft nicht möglich, jedem Schüler genug Aufmerksamkeit zu geben. Aber an dieser Stelle nutze ich die Möglichkeit dazu und gebe den Schülern zusätzlich so ganz nebenbei die Chance, mich persönlich anzusprechen, wenn sie etwas auf dem Herzen haben. Und das geht an der Tür so viel einfacher als vorne am Lehrerpult.
Also, gerne einfach mal ausprobieren! Es lohnt sich 🙂

Wenn du noch mehr Inspiration suchst und weitere Wege kennenlernen möchtest, wie du das Verhalten deiner Schülerinnen und Schüler und gleichzeitig die Klassenatmosphäre verbessern kannst, dann hol dir gerne meinen kostenlosen E-Mail-Minikurs zu diesem Thema.