5 Tipps, wie du die ersten drei Monate in einer neuen Klasse überstehst

Claudia RehderAllgemein

Wie du die ersten drei Monate in deiner neuen Klasse überstehst

Die ersten drei Monate in einer neuen Klasse sind die schlimmsten, heißt es. Zugegeben, da ist schon was Wahres dran. Schüler, die einen neuen Lehrer bekommen, sind in aller Regel sehr gespannt darauf, wer da kommt. Sie hoffen, dass der neue Lehrer in Ordnung ist und gut strukturiert, dass er alles im Griff hat, dass er auch mit den schwierigeren Schülern zurechtkommt und nicht gleich einknickt. Sie hoffen, dass man sich auch mal an ihm reiben kann, anderer Meinung sein kann als er, ohne dass er es gleich übel nimmt, dass er Humor hat und so unterrichtet, dass es Spaß macht und man etwas lernt. Eigentlich wollen Schüler ihren neuen Lehrer mögen können.

Während der ersten drei Monate testen sie uns Lehrer daher auf Herz und Nieren. Sie schauen, wie weit sie gehen können und wo der Lehrer seine Grenzen hat.

Diese drei Monate sind eine wichtige Zeit, in der die Weichen für die weitere Zusammenarbeit gestellt werden und deshalb liegt darin auch eine so große Chance. Eine Chance, die wir nutzen sollten, um in unserer Klasse eine Atmosphäre zu schaffen, die wertschätzend und respektvoll ist.

Was also hilft dir als Lehrer, den Test deiner Schüler zu bestehen und diese erste gemeinsame Zeit trotzdem genießen zu können?

Hier sind meine fünf besten Tipps für dich:

Denke positiv über deine Schüler und traue ihnen mehr zu, als ihnen lieb ist.

Achte also auf deine innere Haltung, mit der du in deine Klasse gehst und darauf, was du über die Kinder denkst. Sie spüren es unbewusst, ob du gerne bei ihnen bist und sie magst oder eben nicht.

Investiere klug in den Aufbau von Beziehungen.

Lerne deine Schüler zu Beginn des Schuljahres möglichst rasch kennen und baue eine gute Beziehung zu ihnen auf. Bemühe dich darum, jeden noch so schwierigen Namen zügig zu lernen. Achte aber auch darauf, das deine Schüler die Gelegenheit haben, sich untereinander kennen zu lernen und Beziehungen zueinander aufzubauen. Denn auch das ist ein wichtiger Schritt zu einer angenehmen Klassenatmosphäre.

Nimm deine Lehrerrolle bewusst an und vermeide Gesten, die dich klein- bzw. schwach erscheinen lassen.

Schwach erscheinen lassen dich beispielsweise hektische Bewegungen, während langsame, ruhige Bewegungen dich souverän wirken lassen. Problematisch ist auch, wenn du mit gesenktem Blick und herabhängenden Schultern über den Schulhof gehst. Gehe besser mit offenem Blick und aufrechter Körperhaltung über den Schulhof, sieh Schüler an und grüße sie.

Formuliere gleich am Anfang klare, positiv formulierte Erwartungen an deine Schüler.

Wähle nur drei bis höchstens fünf und achte konsequent darauf, dass sie erfüllt werden. Solche Erwartungen könnten beispielsweise sein: Sei respektvoll. Sei pünktlich.

Halte dich selbst besonders streng an deine eigenen Erwartungen.

Wenn du willst, dass deine Schüler pünktlich sind, sei selbst sehr pünktlich. Wenn du willst, dass deine Schüler respektvoll sind, verhalte dich stets respektvoll ihnen gegenüber, auch wenn eine Situation vielleicht sehr unschön ist und ein Schüler sich massiv daneben benimmt.

Die Anfangszeit in einer neuen Klasse zu gestalten, macht viel Freude, will aber gut überlegt sein. Als Lehrer haben wir hier die große Chance, die Samen für viel Gutes oder aber auch für eine weniger schöne Entwicklung der Klasse zu legen.

Ich selbst entscheide mich gerne für Ersteres 🙂